Aktuelle Meldungen aus dem öffentlichen Dienst: Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) legt Eckpunkte für Einigungskorridor vor. TdL und Gewerkschaften haben am 15./16.01.2026 über die Forderungen der Gewerkschaften verhandelt

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Aktuelle Meldungen aus dem öffentlichen Dienst: Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) legt Eckpunkte für Einigungskorridor vor. TdL und Gewerkschaften haben am 15./16.01.2026 über die Forderungen der Gewerkschaften verhandelt

Mit einer Forderung von sieben Prozent mehr Geld im Monat – mindestens aber 300 Euro zusätzlich, um die unteren Lohngruppen zu stärken, starten wir in die Verhandlungen für die rund 2,2 Millionen Beschäftigten der Länder. Für Nachwuchskräfte sollen die Vergütungen um 200 Euro pro Monat steigen, zudem wird ihre unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung gefordert.

Darüber hinaus sollen alle Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte steigen. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags (TV-L) soll zwölf Monate betragen. So haben es die Mitglieder der ver.di-Bundestarifkommission öffentlicher Dienst (BTK öD) auf ihrer Sitzung am Montag, 17. November 2025 in Berlin beschlossen.

 

 

Frank Werneke, Bundesvorsitzender der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di

 

Der öffentliche Dienst muss attraktiv bleiben, um mit hoch qualifizierten und motivierten Menschen die anstehenden Herausforderungen zu meistern. Dafür braucht es eine angemessene Entgelterhöhung und gute Arbeitsbedingungen. 

 

Grundlage des Forderungsbeschlusses war eine breite Forderungsdiskussion, an der sich in den vergangenen Monaten rund 68.000 Kolleg*innen beteiligt hatten. Anschließend wurden die Ergebnisse in den ver.di-Landesbezirken ausgewertet und der BTK öD präsentiert. Der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke macht klar: „Die Beschäftigten wollen ein klares Signal der Arbeitgeber, dass ihre Leistungen künftig besser honoriert werden – sie erwarten Anerkennung und Respekt für ihr Engagement. Der öffentliche Dienst muss attraktiv bleiben, um mit hoch qualifizierten und motivierten Menschen die anstehenden Herausforderungen zu meistern. Dafür braucht es eine angemessene Entgelterhöhung und gute Arbeitsbedingungen.“

Werneke betonte, dass höhere Steuereinnahmen, gerade nach der jüngsten Steuerschätzung, die finanziellen Spielräume insbesondere der Länder erweitert hätten. „Das muss sich auch bei den Gehältern zeigen, denn der öffentliche Dienst steht im Wettbewerb um die besten Fachkräfte – bei zugleich mehreren Hunderttausend unbesetzten Stellen.“ Daher ist eine Erhöhung deutlich oberhalb der Inflation notwendig. Zudem geht es darum, den Anschluss an den Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen vom Frühjahr 2025 zu halten. „Dass die Gehälter im öffentlichen Dienst nicht auseinanderdriften, ist schlicht eine Frage der Gerechtigkeit“, erklärte Werneke. Das gelte auch für die Angleichung der Arbeitsbedingungen in Ost und West, insbesondere beim Kündigungsschutz und den Arbeitszeiten in Uni-Kliniken, die Beschäftigte in den ostdeutschen Bundesländern immer noch benachteiligen: „35 Jahre nach der Wiedervereinigung ist es mehr als überfällig, hier für gleiche Bedingungen zu sorgen. Statt immer neuer Festtagsreden müssen endlich Fakten geschaffen werden.”

 

 

Frank Werneke, Bundesvorsitzender der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di

 

Dass die Gehälter im öffentlichen Dienst nicht auseinanderdriften, ist schlicht eine Frage der Gerechtigkeit. 

 

ver.di führt die Länder-Tarifrunde als Verhandlungsführerin auch für die DGB-Gewerkschaften GdP, GEW und IG BAU. Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) für rund 1,2 Millionen Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder (außer Hessen) beginnen am 3. Dezember 2025 in Berlin. ver.di fordert zudem die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die rund 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamten sowie auf die Versorgungsempfänger (Angaben ebenfalls ohne Hessen).

Verhandlungsrunden

Die erste Verhandlungsrunde fand 3. Dezember 2025 in Berlin statt. Die Arbeitgeber (TdL) haben kein Angebot vorgelegt. Die 1. Verhandlungsrunde verlief ergebnislos.

Die zweite Verhandlungstermine fand am 15./16. Januar 2026 in Potsdam statt. Zu dieser Verhanbdlungsrunde hat die TdL sogenannte Eckpunkte für einen Einigungskorridor vorgelegt, den wir hier dokumentieren.

Die 3. Verhandlungsrund findet am 11./12. Februar 2026 in Potsdam statt. In den zurückliegenden Jahren war die 3. Verhandlungsrunde "entscheidend". Nicht immer ist es aber gelungen, in der 3. Verhandlungsrunde ein Ergebnis zu erzielen. Die weiteren Wege wäre dann Streik und andere Maßnahmen.

 

Tarifgemeinschaft deutscher Länder legt Eckpunkte für Einigungskorridor vor
TdL und Gewerkschaften haben am 15. und 16. Januar 2026 über die Forderungen der Gewerkschaften verhandelt.

Die TdL hat am 16.01.2026 erste Eckpunkte für einen Einigungskorridor vorgelegt:

- Erhöhung der Entgelte leicht über der Inflationserwartung in drei Schritten in den Haushaltsjahren 2026, 2027 und 2028, Laufzeit bis 31. März 2028 (29 Monate)
- „Azubi-Paket“ mit deutlichen Verbesserungen für Auszubildende u. a. mit 120 Euro mehr in drei Schritten, erneute Vereinbarung der bisherigen Übernahmeregelungen, Angleichung der Vermögenswirksamen Leistungen Ost an West,
für übernommene Auszubildene mit mindestens gutem Abschluss: Vorgezogenes Erreichen der Stufe 2 (sechs Monate früher),
- Erhöhung der Abschlussprämie für Auszubildende mit min-destens gutem Abschluss (Leistungsorientierter Ansatz)
- Erhöhung der Wechselschicht- und Schichtzulage von 105 Euro auf 150 Euro bzw. von 40 Euro auf 60 Euro
- Erhöhung Mindeststundenentgelte Studentische Beschäftigte über Mindestlohn (15,06 Euro zum Sommersemester 2026, 15,76 Euro zum Sommersemester 2027, 16,49 Euro zum Sommersemester 2028)

Paket zur Weiterentwicklung des Eingruppierungsrechts (Strukturpaket):
Zeitgemäße Weiterentwicklung Eingruppierungsrecht unter Berücksichtigung der Entgelttransparenzrichtlinie. Ermöglichung abgestufter und leistungsdifferenzierter Eingruppierung mit entsprechenden Bestandsschutzregelungen
Paralleltabelle für Lehrkräfte ab Schuljahr 2028/2029
Stufengleiche Höhergruppierung
Überprüfung Überstundenregelungen Teilzeit
Die Tarifvertragsparteien haben sich auf eine Arbeitsgruppe verständigt, die hierzu bis zur Schlussrunde Mitte Februar einen gemeinsamen Lösungsvorschlag erarbeiten soll.

Finanzsenator und Verhandlungsführer der TdL Dr. Andreas Dressel:
„Wir als Arbeitgeber haben in dieser zweiten Verhandlungsrunde klargemacht, unter welchen Voraussetzungen eine Einigung für uns zustande kommen kann und so trotz großer Differenzen erste Fortschritte erzielt. Wir haben als Länderarbeitgeber Eckpunkte eines Einigungskorridors vorgelegt, denn wir sind bereit, zentrale Forderungen der Gewerkschaften zu erfüllen. Unser vorgeschlagener Einigungskorridor umfasst eine mögliche Entgelterhöhung etwas über der Inflation in drei Schritten und drei Haushaltsjahren. Angesichts der Inflationserwartungen würde das Gesamtpaket eine Erhöhung innerhalb der vorgeschlagenen Laufzeit von um die 5 % bedeuten. Wir wollen für Nachwuchskräfte die Ausbildung im öffentlichen Dienst attraktiver machen - mit einem umfassenden Azubi-Paket u. a. mit einer Anhebung der Ausbildungsentgelte von 120 Euro in drei Schritten und einer Ost-West-Angleichung der Vermögenswirksamen Leistungen. Mit einer Anhebung der Wechselschicht- und Schichtdienstzulage von 40 Euro auf 60 Euro bzw. 105 Euro auf 150 Euro wollen wir einen besseren Ausgleich für diese besonders belastenden Tätigkeiten schaffen. Neben einer weiteren Erhöhung der Mindeststundenentgelte für studentische Beschäftigte wollen wir in den nächsten Wochen zudem ein umfassendes Strukturpaket schnüren, um das Eingruppierungsrecht an wichtigen Stellen weiterzuentwickeln.

Insgesamt haben wir damit einen guten Pfad gezeichnet, der uns in der nächsten Runde zu einem Abschluss führen kann. Wir setzen weiter auf konstruktive und realistische Gespräche mit den Gewerkschaften, die die finanziellen Realitäten anerkennen. Trotz der großen Differenzen waren die zweitägigen Verhandlungen konstruktiv. Nachdem wir gestern noch einmal den gesamten Forderungskatalog der Gewerkschaften kritisch durchgegangen sind, haben wir uns als ein Schwerpunkt dem Thema Azubis im öffentlichen Dienst gewidmet - gemeinsam mit drei Jugend-Azubi-Vertretern. Danach hatten wir einen guten Austausch mit studentischen Beschäftigten zum Thema Arbeitsbedingungen an Hochschulen. Das im letzten Tarifvertrag vereinbarte Mindestentgelt wirkt und wird von den Hochschulen eingehalten - das fließt jetzt in unseren Verhandlungen ein.“

Quelle: Pressemeldung der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) vom 16.01.2026


Kontakt:
Markus Geyer
Geschäftsführer
Telefon: 030 28884390
E-Mail: info@tdl-online.de


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